26 Jan

Homeoffice – Vorteile und Nachteile

Jogging sw

Gerade komme ich von meiner Joggingrunde zurück – verschwitzt, ausgepowert, müde, aber glücklich! Glücklich darüber, etwas für meinen Körper, meinen Geist und meine Gesundheit getan zu haben, aber vor allem glücklich darüber, dass ich vor einer knappen Stunde genau in diesem jenen Moment auf meine Runde gehen konnte… Der Zeitpunkt, an dem die Sonne geschienen hat, die Luft milde 10 Grad Celsius gemessen hat und es nach Frühling gerochen hat. Nun, zurück am Computer scheint draussen keine Sonne mehr… Was mich bei der Arbeit nun auch nicht weiter stört… Aber vorhin, da konnte ich genau diese eine Stunde des heutigen Tages, in der es ideale Bedingungen gegeben hat, nutzen!

Definitiv DER Vorteil des Homeoffices schlechthin: die Flexibilität! Das selbstständige Strukturieren des Tagesablaufes ist gerade für mich als Mutter ein enormes Plus im Vergleich zu den Arbeitsmodellen, in denen ich zu festen Zeiten im Büro der Firma präsent sein muss. Das Kind muss zum Sport gebracht werden? Ein wichtiger Arzt- oder Behördentermin zu einem an sich ungünstigen Zeitpunkt? Kein Problem, die Arbeit wird einfach später erledigt.

 Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Zeitersparnis. Ich habe oft das Gefühl, dass ich mit meinen 24 Stunden, die mein Tag nun mal “nur” hat (sehr großzügig ohne Schlaf gerechnet ;-)), nicht zurecht komme. Müsste ich mich zudem ins Auto setzen, um an meinen Arbeitsplatz zu gelangen, so sind, je nach Entfernung zum Wohnort, nochmals wertvolle Minuten, ja oft sogar Stunden, einfach weg. Zuhause lasse ich mich einmal umfallen und sitze an meinem Schreibtisch und kann sofort mit der Arbeit beginnen. Ich habe wertvolle Zeit gespart, die ich für meine Aufgaben oder später für Familie und Hausarbeit effektiver nutzen kann.

Probiers mal mit Gemütlichkeit… Das minutenlange Prozedere vor dem Spiegel bezüglich Business-Outfit des Tages und perfekt sitzender Frisur fällt im Homeoffice in der Regel weg. Wenn eine Aufgabe dringend erledigt werden muss, wird nach dem Aufstehen schnell in die Jogginghose geschlüpft und schon geht es ab an den PC oder ran an das Telefon. Das alles ist einfach unheimlich entspannend und zudem äußerst bequem. Kein zu eng sitzender Rock kneift und auf Knitterfalten im Blazer muss ich auch nicht achten. Die Jogginghose gibt herrlich nach und muss nicht akkurat aussehen…

Allerdings ist gerade dieser letzte Punkt – für mich persönlich – gleichzeitig ein Nachteil. Denn so sehr ich die Vorteile dieser beschriebenen Gemütlich- und Lässigkeit schätze, so sehr geht sie mir manchmal gegen den Strich. Das sind dann die Momente, in denen ich mir wünsche, ich könnte mich mal wieder so richtig businesslike stylen und dies im Büro oder beim Kunden auch zeigen. Kein Schaden ohne Nutzen, nur anders herum 😉

Im Homeoffice ist man, wie der Name ja schon sagt, den ganzen Tag zu Hause. Und da bleibt es nicht aus, dass man so manche Dinge sieht: den übervollen Wäschekorb mit nicht gebügelter Kleidung, den leeren Kühlschrank oder die Staubflusen auf dem Boden. Und das kommt einem dann plötzlich unheimlich wichtig vor. Also greift man zum Bügeleisen oder dem Staubsauger oder setzt sich ins Auto, um den auf einmal so dringenden Einkauf zu erledigen. Aber auch Internet und seine sozialen Netzwerke oder der Fernseher können ablenken, Freunde können unverhofft vor der Tür stehen, schließlich ist man ja zu Hause… Ablenkung kann von allen Seiten kommen. Deshalb müsst Ihr für Eure Arbeit im Homeoffice sehr diszipliniert sein. Ihr müsst Euch immer wieder neu motivieren können und versuchen, die Ablenkungen auf ein Minimum zu reduzieren und diese Aufgaben konsequent in die Zeit NACH dem Homeoffice zu verbannen.

Ich persönlich brauche zwar nicht die Anwesenheit von Kollegen, um motivierter und effektiver zu arbeiten, aber die “Einsamkeit” am Arbeitsplatz könnte zur sozialen Isolation führen. Ein kurzer Kaffee am Gang mit einem Kollegen, das gemeinsame Mittagessen in der Kantine, vieles was für den sozialen Austausch und die sozialen Kontakte wichtig ist, fehlt im Homeoffice. Insofern solltet Ihr versuchen, Euch feste, wöchentliche Dates mit Freunden zum Kaffee trinken, Sport machen oder Essen gehen einplanen.

Ob Ihr für das Arbeiten von zuhause aus “geeignet” seid, ob Ihr Euch vorstellen könnt, im Homeoffice die Leistung zu erbringen, die Euer Chef von Euch erwartet, das müsst Ihr selbst entscheiden. Ihr solltet Euch wirklich Zeit nehmen und einige Situationen durchspielen und überdenken. Ich als selbstständige Unternehmerin hatte die Entscheidung insofern leichter, da ich nur mir selbst Rechenschaft ablegen muss. Auch bei mir gibt es Tage, da klappt vieles nicht, da fühle ich mich einsam und kann mich nicht motivieren. Aber die meiste Zeit überwiegt die Freude an der Flexibilität und der Kreativität, die ich durch das Arbeiten im Homeoffice an den Tag lege.

Und wenn morgen wieder die Sonne scheint, werde ich meine Arbeit wieder für eine Stunde Bewegung an der frischen Luft unterbrechen… Danach spüre ich so viel Elan und Tatendrang, den kein kostenloses Obst im stylischen Büro über den Dächern der Stadt in mir wecken könnte…

Sehr gerne könnt’ Ihr mich jederzeit zu diesem Thema gerne kontaktieren oder schreibt’ einfach, was Eure Erfahrungen dazu sind!

Eure Tanja

19 Jan

Französische Bettwäsche – neuer Trend oder Auslaufmodell?

Franzoesischer Chic

Französischer Chic steht vor allem in der Mode seit jeher für das “gewisse Extra”. Klar, reduziert, simpel, mühelos – alles Attribute, die für diese besondere Lebenshaltung stehen. Inès de la Fressange, ein berühmtes französisches Modell aus den 80 er Jahren und Muse von Karl Lagerfeld, spricht davon, dass man niemals dem Mainstream folgen sollte. Chic zu sein bedeutet nicht, sich mit teuren Markenklamotten von Kopf bis Fuß einzukleiden, immer den neuesten Trends zu folgen. Chic zu sein bedeutet viel mehr, ein Gefühl für die Proportionen zu haben, ein Gefühl für das Wesentliche, das Natürliche.

Viele, die diese Lebenseinstellung an sich umsetzen, möchten dies auch konsequent zu Hause in ihren eigenen vier Wänden weiterführen. Zurecht, denn Gefühle sind allumfassend und konzentrieren sich nicht nur auf das eigene Äußere. Neben Möbeln und Dekoaccessoires französischer Hersteller, ist vor allem auch französische Bettwäsche ein sehr gefragter Einrichtungstrend. Zumindest sagt das meine Google-Statistik, in der der Suchbegriff “französische Bettwäsche” Monat für Monat weit vorne liegt…

Mit Anne de Solene und Descamps habe ich zwei überaus bekannte und beliebte Hersteller von Bettwäsche “made in France” über Jahre hinweg in meinem Einzelhandelsgeschäft und meinem Online-Shop www.schlaf-und-raum.de sehr erfolgreich verkauft. Zwar ist es leider so, dass sich Descamps schon vor längerer Zeit dazu entschieden hat, den deutschen Markt nicht mehr zu beliefern, aber die Nachfrage danach ist nach wie vor ungebrochen. Es erreichen mich immer wieder Emails von Kunden, die verzweifelt nach Bettwäsche und Handtüchern von Descamps fragen. Restposten findet Ihr noch hier: http://www.schlaf-und-raum.de/markenwelt/descamps.html

Alexandre Turpault, ein weiterer französischer Hersteller von traumhafter Bettwäsche mit ausgeprägtem französischem Chic, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem meiner Lieblingsproduzenten entwickelt. Seine Dessins zeichnen die beschriebene vornehme Zurückhaltung gepaart mit stilvollen Akzentuierungen, die dezent und aussagekräftig zugleich sind, aus.

ALEXANDRE TURPAULT Bettwäsche AMBROISIE

ALEXANDRE TURPAULT Bettwäsche AMBROISIE

Nun ganz aktuell hat es die französische Firma Catimini, Hersteller von Kinderbekleidung und -schuhen, in meine Markenwelt geschafft. Deren Angebot an Kinderbettwäsche in kräftigen, leuchtenden Farben und einer eindrucksvollen Motivvielfalt ist einfach “unwiderstehlich”…

CATIMINI Kinderbettwäsche L'Ile Aux Fleurs

CATIMINI Kinderbettwäsche L’Ile Aux Fleurs

Mit Yves Delorme, Blanc des Vosges oder Nina Ricci Maison gibt es noch viele Anbieter mehr, die den französichen Style leben und verkaufen. So mancher dieser Hersteller wird  auch sicherlich in Zukunft noch in meinem Shop zu finden sein. Denn was Euch gefällt, das gefällt auch mir und was mir gefällt, gefällt sicherlich auch Euch…

Und den Trend “französische Bettwäsche” gehen wir sicherlich noch länger gemeinsam. Denn wer sehnt sich in Zeiten dauerverfügbarer Ware, die in den Shops zudem alle zwei Wochen komplett ausgewechselt wird, nicht nach Orientierung und Minimalismus – auch für zu Hause?

In diesem Sinne à bientôt et gros bisous,
Tanja

Bildquellen:
www.pinterest.de

13 Jan

Designers Guild – neue Bettwäsche-Kollektion Frühjahr/Sommer 2016

Es ist wieder soweit und Designers Guild macht den Anfang: die neuen Bettwäsche-Kollektionen für das erste Halbjahr 2016 treffen nach und nach ein und warten darauf, in meinen Online-Shop www.schlaf-und-raum.de eingepflegt und letztendlich verkauft zu werden…

Designers Guild hat sich mit drei neuen, floralen bzw. grafischen Dessins zwar quantitativ etwas zurückgehalten, was sicherlich auch der sehr erfolgreichen Kollektion der vergangenen Herbst-/Wintersaison liegt. Die dort vorgestellten Entwürfe kamen bei den Kunden super an, sodass nach dem Motto “Never change a winning team” vieles auch in der Frühjahr-/Sommerkollektion wiederzufinden ist. Nichtsdestotrotz möchten viele von Euch sich auch mit richtigen Neuheiten umgeben und dementsprechend möchte ich Euch zunächst die angesprochenen gemusterten Dessins vorstellen:

Designers Guild ANTOINETTE AMETHYST:

Unter ihrem großen Namen – ich muss bei “Antoinette” immer an die bekannte französische Königin Marie Antoinette denken – scheint diese wunderschöne Bettwäsche nicht zu “leiden”: als luftig leichter, reinweißer Entwurf mit seinen stilvollen Irisblüten in Blau-, Violett- und Grauschattierungen, die sich aus einem Wald aquarellanmutender Farnblätter hervorheben, versprüht sie selbstbewusst Charme und Eleganz! Die Rückseite ziert eine lilafarbene Struktur, der Kissenbezug wurde mit einer Satinpaspel in der gleichen Farbe abgeschlossen.

Designers Guild Bettwäsche ANTOINETTE AMETHYST

Designers Guild Bettwäsche ANTOINETTE AMETHYST

Designers Guild PAVOT CERISE:

Verschiedenfarbige Mohnblüten ranken sich auch dieser leuchtenden Bettwäsche mit dem klangvollen Namen PAVOT CERISE. Bei “Mohn” denkt man zwangsläufig immer an den kräftig roten Klatschmohn, den man auf diesem Dessin so gar nicht findet. Aber Mohn kann mehr als Klatschmohn zu sein und vor allem können die vielen Arten er eine große Farbpalette vorweisen. Diese drücken sich hier auf einem reinweißen, schablonierten Fond aus, welcher durch verwaschenes Zartgrün durchsetzt wird. Die Rückseite ist in einem Muster aus Längsstreifen in verlaufendem Zartrosa und Lindgrün gehalten und stellt mit seinem grafischen Charakter einen interessanten Gegenpart zur floralen Vorderseite dar.

Designers Guild Bettwäsche PAVOT CERISE

Designers Guild Bettwäsche PAVOT CERISE

Designers Guild PANNEAU FUCHSIA:

Das dritte neue Dessin der aktuellen Frühjahr-/Sommerkollektion von Designers Guild ist – vielleicht sogar bewusst – abstrakt gehalten. “Shades of grey”, aber auch Schattierungen  von knalligem Pink und Limettengrün werden in Blockstreifen unterschiedlicher Breite angeordnet und erzeugen somit ein eher modernes, zeitgenössisches Dessin, welches wohl auch eher den männlichen Kunden anspricht. Das Muster wurde durch hochwertigen Digitaldruck perfekt umgesetzt. Trotz aller Maskulinität und Technik bewahrt es sich eine frische und frühlingshaft leuchtende Ausstrahlung.

Designers Guild Bettwäsche PANNEAU FUCHSIA

Designers Guild Bettwäsche PANNEAU FUCHSIA

Designers Guild SARAILLE HEATHER:

Ergänzt wird die neue Frühjahr-/Sommerkollektion durch das Dessin SARAILLE in einer neuen Farbe: “Heather”, auch als Erikaviolett bezeichnet, komplettiert die derzeit so erfolgreiche Bettwäschereihe zusammen mit den Ausführungen Aqua, Zinc und Noir. Ein wunderschöner Farbverlauf, ein sogenannter Degradé, zieht sich von oben und unten und endet in der Mitte des Bettbezuges jeweils in der Farbe weiß. Die entsprechenden Kissenbezüge zeigen ebenfalls das Degradé, allerdings nicht bis zum Erreichen der Nichtfarbe.

Designers Guild Bettwäsche SARAILLE HEATHER

Designers Guild Bettwäsche SARAILLE HEATHER

Designers Guild Kinderbettwäsche JUNGLE PLAYTIME:

Last but not least gibt es noch ein neues Kinderbettwäsche-Dessin. “Jungle Playtime” zeigt freche Affen, die inmitten von lieben Tigern und wuchernden Palmen auf ebendiese klettern und lustig grinsen. Diese Bettwäsche lädt Mädels und Jungs gleichermaßen zur spannenden Dschungelexpedition ein. Ob die Kleinen die exotischen Geräusche des Urwalds beim Einschlafen hören können?

Designers Guild Kinderbettwäsche JUNGLE PLAYTIME

Designers Guild Kinderbettwäsche JUNGLE PLAYTIME

Auf Anfrage fertigt Designers Guild neben den im Shop angebotenen, gängigen Größen 135/200, 80/80 und 155/220, 80/80 alle Dessins auch in allen möglichen Sondergrößen. Hierzu mich bitte entsprechend kontaktieren, ebenso für alle anderen Fragen!

Na, neugierig auf die neue Designers Guild Kollektion? Über Euren Besuch im Shop unter http://www.schlaf-und-raum.de/aktuelle-kollektionen/designers-guild.html freue ich mich!

Liebe Grüße,
Eure Tanja

06 Jan

Werte im Jahr 2016

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Ich wünsche Euch allen, Kunden, Geschäftspartnern, Freunden, Familie und alle, die sich sonst noch angesprochen fühlen, ein gesundes, neues Jahr 2016 mit all dem Glück, der Zufriedenheit und Gelassenheit, die Ihr Euch erhofft!

So ein Jahreswechsel ist ja oft ein Anlass zum Nach- und Überdenken, Vorsätze fassen und optimistisch in die Zunkuft zu schauen. Gerade das Nachdenken und Überdenken vieler Werte hat es mir in diesem Jahr besonders angetan… An meinem sehr schönen Silvesterabend, den ich dieses – oder mittlerweilen – letztes Jahr mit meinem Mann, meinen zwei Kindern und drei befreundeten, lieben Familien verbracht habe, hat einer aus der illustren Runde zum Ausdruck gebracht, dass er sich für das neue Jahr mehr Bescheidenheit wünscht. Bescheidenheit vieler Eltern in Bezug auf ihre Kinder, Bescheidenheit vieler Erwachsener in Bezug auf ihren Lebensstil.

Ich habe lange über seine Worte und deren Bedeutung nachgedacht… Auch mir ist gerade im letzten Jahr der Egoismus, ja geradezu die Selbstdarstellung vieler Mitmenschen aufgefallen und ziemlich aufgestossen. Die Definition über scheinbar wichtige Dinge wie Job, Status oder Beliebtheit wurde von vielen teilweise exzessiv gelebt. Ich habe mich oft gefragt, wo in den Begegnungen mit diesen Menschen die wirklich wichtigen Themen waren… Diese Oberflächlichkeit hat mich wirklich abgeschreckt  – und jetzt, da ich auch so intensiv darüber nachdenke, schreckt sie mich noch viel mehr ab! Möchte ich mit diesen Personen, mit diesen Nichtigkeiten meine kostbare Zeit verbringen?

Vielleicht ist ja etwas Hoffnung da, vielleicht besinnen sich gerade zum Jahreswechsel doch mehr Leute, als ich bisher angenommen habe?! Ich bin am 02. Januar gleich in aller Herrgottsfrühe zum Einkaufen gegangen – Silvester und der Feiertag, sowie Einladungen, die wir Freunden gegenüber für jenen und den folgenden Tag ausgesprochen hatten, führten dazu, dass mir keine andere Wahl blieb, Aldi, Edeka & Co. zu stürmen. Jedenfalls- ich hatte scheinbar noch nicht mitbekommen, dass es bereits 2016 war – stand ich bei Aldi an der Kasse und wollte mit meiner EC-Karte zahlen, die 12/15 abgelaufen war… Mit aller Mühe und Not konnte ich bis auf zwei Euro den Rechnungsbetrag in bar zusammenkratzen – die fehlenden zwei Euro hatte ich als Pfand im Einkaufswagen, was ich der Kassiererin so auch mitteilte. Ein Herr in der Schlange an der Kasse zögerte nicht lange und reichte mir die fehlenden zwei Euro, damit die Dame den Kaufvorgang abschliessen konnte. Ob er nur nicht noch länger an der Kasse warten wollte oder wirklich Mitleid mit mir hatte, weiß ich nicht. Aber ich gehe von Letzterem aus, da er, als ich abgehetzt vom Verstauen des Einkaufs in meinem Kofferrraum und rasantem Zurückbringen des Einkaufswagens ihm seine zwei Euro zurückbrachte, nur lapidar meinte: “Nur langsam, nur langsam…”…

Im nächsten Laden habe ich nur noch ein paar restliche Dinge gekauft, die ich zuvor bei Aldi nicht bekommen habe, und habe diese vollbepackt auf beiden Armen von der Kasse zum Parkhaus balanciert. Auf halbem Weg ist mir der Salatkopf runtergefallen. Eine junge Frau, die mir entgegen kam, hat diesen sofort aufgehoben, gefragt, ob sie mir helfen kann und machte bereits Anstalten, mir den Salatkopf bis zum Auto zu tragen… Na, das nennt man doch mal Service 😉 Von soviel Freundlichkeit überrascht, meinte ich aber, sie solle mir den Salat einfach wieder irgendwo obenauf legen… “Ich schaff das schon, lieben Dank!”

Doch damit nicht genug! Kurz vorm Erreichen meines Autos kam mir eine ältere Dame entgegen, sah, wie bepackt ich war und fragte wiederrum, ob sie mir helfen könnte…

Lange Rede, kurzer Sinn: irgendwie kam mir die Hilfsbereitschaft von drei fremden Personen innerhalb nicht mal einer Stunde fast “beängstigend” vor. Sollte es wirklich so sein, dass viele über den Jahreswechsel über ihr Verhalten gegenüber Mitmenschen nachgedacht  und gute Vorsätze gefasst haben?

Sicherlich gibt es viel wichtigere Anlässe und Themen, zu denen sich die Einstellung vieler ändern sollte, als einer sportlichen Frau mittleren Alters (Ich ;-)) “zu helfen”. Aber sind es nicht diese kleinen Gesten, die zumindest einen Beginn darstellen und aus dem sich durchaus noch Großes entwickeln kann?

Um nochmals auf die nicht vorhandene Bescheidenheit und das ausgeprägte materialistische Denken zurückzukommen, mit welchem ich im vergangenen Jahr bei einigen Freunden und Bekannten zu “kämpfen” hatte… Natürlich ist es so, dass die Betrachtungsweisen eines jeden Einzelnen anders sind und jeder sein eigenes Wertesystem hat. Dafür kann und darf ich niemanden verurteilen. Allerdings darf ich mir die Freiheit nehmen, mich davon zu distanzieren, wenn es mir nicht gut tut, wenn es oder er/sie nicht in mein Wertesystem passen.

Trotzdem meine ich, dass es vielen gut tun würde, ihr eigenes Wertesystem zu hinterfragen und sich wieder mehr mit Themen zu beschäftigen, die wirklich wichtig sind. Wichtig ist für jeden etwas anderes, aber Werte wie Familie, Gesundheit und Freunde können so falsch nicht sein?!

Allerdings hatte ich gerade in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres auch einige Begegnungen, die Hoffnung auf ein Umdenken machen, die mir gezeigt haben, dass manche auch auf dem – für mich – richtigen Weg sind. Davon bitte mehr im neuen Jahr!

Viele liebe Grüße,
Tanja