06 Jan

Werte im Jahr 2016

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Ich wünsche Euch allen, Kunden, Geschäftspartnern, Freunden, Familie und alle, die sich sonst noch angesprochen fühlen, ein gesundes, neues Jahr 2016 mit all dem Glück, der Zufriedenheit und Gelassenheit, die Ihr Euch erhofft!

So ein Jahreswechsel ist ja oft ein Anlass zum Nach- und Überdenken, Vorsätze fassen und optimistisch in die Zunkuft zu schauen. Gerade das Nachdenken und Überdenken vieler Werte hat es mir in diesem Jahr besonders angetan… An meinem sehr schönen Silvesterabend, den ich dieses – oder mittlerweilen – letztes Jahr mit meinem Mann, meinen zwei Kindern und drei befreundeten, lieben Familien verbracht habe, hat einer aus der illustren Runde zum Ausdruck gebracht, dass er sich für das neue Jahr mehr Bescheidenheit wünscht. Bescheidenheit vieler Eltern in Bezug auf ihre Kinder, Bescheidenheit vieler Erwachsener in Bezug auf ihren Lebensstil.

Ich habe lange über seine Worte und deren Bedeutung nachgedacht… Auch mir ist gerade im letzten Jahr der Egoismus, ja geradezu die Selbstdarstellung vieler Mitmenschen aufgefallen und ziemlich aufgestossen. Die Definition über scheinbar wichtige Dinge wie Job, Status oder Beliebtheit wurde von vielen teilweise exzessiv gelebt. Ich habe mich oft gefragt, wo in den Begegnungen mit diesen Menschen die wirklich wichtigen Themen waren… Diese Oberflächlichkeit hat mich wirklich abgeschreckt  – und jetzt, da ich auch so intensiv darüber nachdenke, schreckt sie mich noch viel mehr ab! Möchte ich mit diesen Personen, mit diesen Nichtigkeiten meine kostbare Zeit verbringen?

Vielleicht ist ja etwas Hoffnung da, vielleicht besinnen sich gerade zum Jahreswechsel doch mehr Leute, als ich bisher angenommen habe?! Ich bin am 02. Januar gleich in aller Herrgottsfrühe zum Einkaufen gegangen – Silvester und der Feiertag, sowie Einladungen, die wir Freunden gegenüber für jenen und den folgenden Tag ausgesprochen hatten, führten dazu, dass mir keine andere Wahl blieb, Aldi, Edeka & Co. zu stürmen. Jedenfalls- ich hatte scheinbar noch nicht mitbekommen, dass es bereits 2016 war – stand ich bei Aldi an der Kasse und wollte mit meiner EC-Karte zahlen, die 12/15 abgelaufen war… Mit aller Mühe und Not konnte ich bis auf zwei Euro den Rechnungsbetrag in bar zusammenkratzen – die fehlenden zwei Euro hatte ich als Pfand im Einkaufswagen, was ich der Kassiererin so auch mitteilte. Ein Herr in der Schlange an der Kasse zögerte nicht lange und reichte mir die fehlenden zwei Euro, damit die Dame den Kaufvorgang abschliessen konnte. Ob er nur nicht noch länger an der Kasse warten wollte oder wirklich Mitleid mit mir hatte, weiß ich nicht. Aber ich gehe von Letzterem aus, da er, als ich abgehetzt vom Verstauen des Einkaufs in meinem Kofferrraum und rasantem Zurückbringen des Einkaufswagens ihm seine zwei Euro zurückbrachte, nur lapidar meinte: “Nur langsam, nur langsam…”…

Im nächsten Laden habe ich nur noch ein paar restliche Dinge gekauft, die ich zuvor bei Aldi nicht bekommen habe, und habe diese vollbepackt auf beiden Armen von der Kasse zum Parkhaus balanciert. Auf halbem Weg ist mir der Salatkopf runtergefallen. Eine junge Frau, die mir entgegen kam, hat diesen sofort aufgehoben, gefragt, ob sie mir helfen kann und machte bereits Anstalten, mir den Salatkopf bis zum Auto zu tragen… Na, das nennt man doch mal Service 😉 Von soviel Freundlichkeit überrascht, meinte ich aber, sie solle mir den Salat einfach wieder irgendwo obenauf legen… “Ich schaff das schon, lieben Dank!”

Doch damit nicht genug! Kurz vorm Erreichen meines Autos kam mir eine ältere Dame entgegen, sah, wie bepackt ich war und fragte wiederrum, ob sie mir helfen könnte…

Lange Rede, kurzer Sinn: irgendwie kam mir die Hilfsbereitschaft von drei fremden Personen innerhalb nicht mal einer Stunde fast “beängstigend” vor. Sollte es wirklich so sein, dass viele über den Jahreswechsel über ihr Verhalten gegenüber Mitmenschen nachgedacht  und gute Vorsätze gefasst haben?

Sicherlich gibt es viel wichtigere Anlässe und Themen, zu denen sich die Einstellung vieler ändern sollte, als einer sportlichen Frau mittleren Alters (Ich ;-)) “zu helfen”. Aber sind es nicht diese kleinen Gesten, die zumindest einen Beginn darstellen und aus dem sich durchaus noch Großes entwickeln kann?

Um nochmals auf die nicht vorhandene Bescheidenheit und das ausgeprägte materialistische Denken zurückzukommen, mit welchem ich im vergangenen Jahr bei einigen Freunden und Bekannten zu “kämpfen” hatte… Natürlich ist es so, dass die Betrachtungsweisen eines jeden Einzelnen anders sind und jeder sein eigenes Wertesystem hat. Dafür kann und darf ich niemanden verurteilen. Allerdings darf ich mir die Freiheit nehmen, mich davon zu distanzieren, wenn es mir nicht gut tut, wenn es oder er/sie nicht in mein Wertesystem passen.

Trotzdem meine ich, dass es vielen gut tun würde, ihr eigenes Wertesystem zu hinterfragen und sich wieder mehr mit Themen zu beschäftigen, die wirklich wichtig sind. Wichtig ist für jeden etwas anderes, aber Werte wie Familie, Gesundheit und Freunde können so falsch nicht sein?!

Allerdings hatte ich gerade in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres auch einige Begegnungen, die Hoffnung auf ein Umdenken machen, die mir gezeigt haben, dass manche auch auf dem – für mich – richtigen Weg sind. Davon bitte mehr im neuen Jahr!

Viele liebe Grüße,
Tanja